Grand-Slam-Rekord? – Novak Djokovic hat (momentan) kein Interesse daran

Der Serbe „will nicht mehr danach hetzen“ und erklärt, warum er derzeit die Jagd nach Bestmarken auf Eis gelegt hat.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 14.10.2016, 15:59 Uhr

SHANGHAI, CHINA - OCTOBER 14: Novak Djokovic of Serbia reacts after losing the point against Mischa Zverev of Germany during day six of Shanghai Rolex Masters at Qi Zhong Tennis Centre on October 14, 2016 in Shanghai, China. (Photo by Lintao Zhang/...

Wann wirdNovak Djokovicdie 17 Rekord-Major-Titel vonRoger Federerknacken? Es gab wohl kaum eine andere Frage, mit der sich der Weltranglisten-Erste in den letzten Jahren häufiger auseinandersetzen musste. Die Rechenspiele erreichten ihren Höhepunkt, als sich der „Djoker“ im Juni dielangersehnte French-Open-Kroneüberstülpen konnte. Dass der Grand-Slam-Zähler des Serben auch vier Monate später noch immer auf der zwölf steht, war seinerzeit kaum vorstellbar. Es folgte einMotivationsloch, dessenAuswirkungen Djokovic in Shanghai nochmals detailliert darlegte. Die Freude am Tennis sei weg gewesen, es gehe nun darum, diese wieder zurückzugewinnen und glücklich darüber zu sein, auf dem Platz zu stehen.“ Um dieses Glücksgefühl wiederherzustellen, will der 29-Jährige die Jagd nach Rekorden erst einmal auf Eis legen.

„Es interessiert mich momentan nicht“, antwortete Djokovic am Rande des Shanghai Rolex Masters, als er auf die Grand-Slam-Bestmarke des „Maestros“ angesprochen wurde. Auch die Weltrangliste spiele für ihn derzeit nicht die entscheidende Rolle: „Ich denke nicht an Trophäen, die Nummer eins oder Ähnliches.“ Das Gewinnen müssen habe nicht funktioniert, „deshalb versuche ich die Dinge langsamer anzugehen und im Moment zu leben.“ Der Knackpunkt seien die Olympischen Spiele gewesen: „Vor Olympia war ich in Topform, habe Toronto gewonnen und war hoch motiviert, doch dann habe ich das Gleichgewicht verloren. Die Balance war weg, weil ich es zu sehr wollte.“

Erleben wir nun einen neuen „Djoker“?

Deshalb sei es jetzt an der Zeit einen Gang zurückzuschalten. Djokovic will nicht mehr hetzen und koppelt sein Wohlbefinden von Rekorden ab: „Ich muss nichts mehr erreichen, diesen Punkt habe ich überwunden. Es geht jetzt darum, meinem Bauch und meinen Instinkten zu folgen.“ Dieser entkrampfte Umgang mit Drucksituationen, war auch im Viertelfinale gegenMischa Zverevzu erkennen.Obwohl dem Deutschen nur drei Punkte zum größten Sieg seiner Karriere fehlten, blieb Djokovic ruhig und hatte häufig ein Lächeln auf den Lippen. Es wird spannend zu beobachten sein, ob es sich dabei nur um eine Momentaufnahme handelt oder ob der Branchenprimus auch zukünftig sein Temperament zügeln wird. Vielleicht meinte Djokovic mit „ich bin nicht derselbe“ auch ein verändertes Auftreten auf dem Platz?

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