Daniil Medvedev: Wenn das Start- zum Schmerzensgeld wird

Daniil Medvedev wird sich erneut für die ATP Finals qualifizieren. Scheitert aber auf der Jagd nach Titeln immer wieder an Jannik Sinner oder Carlos Alcaraz.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 14.10.2024, 08:21 Uhr

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Daniil Medvedev stolpert zumeist über dieselben Gegner
© Getty Images
Daniil Medvedev stolpert zumeist über dieselben Gegner

Daniil Medvedev steckt in einem sportlichen Dilemma. Denn auf der einen Seite ist der Russe eigentlich besser als der Rest der Tenniswelt. Wenn dieser Rest Jannik Sinner und Carlos Alcaraz (und wahrscheinlich auch Novak Djokovic) mit einschließt. Andererseits kann Medvedev aber gegen ebendiese Sinner und Alcaraz nur unter besonderen Umständen gewinnen. Und wenn er dann den einen mal geschlagen hat - so wie etwa Sinner in Wimbledon - wartet in der nächsten Runde gleich der nächste.

Das muss selbst einen außerhalb des Platzes so ausgeglichenen Typen wie Medvedev zermürben. Alleine die letzten beiden Turniere in Peking und Shanghai: In der chinesischen Hauptstadt war es im Grunde unerlässlich, dass Medvedev für einen möglichen Turniersieg beide Topspieler schlagen muss. Denn als Nummer drei wartet im Halbfinale nun mal entweder der große Favorit oder dessen erster Verfolger. Und also schied Daniil Medvedev gegen Carlos Alcaraz aus, ehe dieser sich dann im Endspiel gegen Jannik Sinner den Turniersieg holte.

Medvedev nun in Saudi-Arabien

Noch frustrierender war dann wohl die Ausgangslage in Shanghai. Da hätte Medvedev ja als Nummer fünf auch in die untere Tableau-Hälfte gelost werden können. Aber nein: Sinner im Viertelfinale, Alcaraz möglicherweise danach in der Vorschlussrunde: Auch in Shanghai hatte es das Los mit Medvedev nicht gut gemeint (nicht ahnend, dass Carlos Alcaraz an Tomas Machac scheitern würde). Schon im Viertelfinale musste er gegen Sinner ran.

Und jetzt geht es also zum sehr charmant dotierten Gaudi-Turnier nach Saudi-Arabien. Wo Novak Djokovic und Rafael Nadal schon für das Halbfinale vorgesetzt sind. Für Medvedev blieben damit nur Alcaraz und Sinner als mögliche Gegner, es ist mal wieder der Südtiroler geworden. Die kolportierten 1,5 Millionen US Dollar Start- werden so leicht zum Schmerzensgeld. 

Sinner verteilt keine Geschenke mehr

Immerhin: Diese Partie wird nicht in das offizielle Head-to-Head gegen Jannik Sinner eingehen. Eben dieses ist nach 14 Partien ausgeglichen. Nachdem Daniil Medvedev die ersten fünf Matches gegen einen, wie er im Nachhinein auch selbst gesagt hat, fehleranfälligen Sinner gewonnen hatte. Dieser Tage verteilt die Nummer eins der Welt keine Geschenke mehr.

Die Bilanz gegen Carlos Alcaraz sieht ohnehin düster aus: Da hat Medvedev nur zwei von acht Partien für sich entscheiden können. Dass in Saudi-Arabien wenigstens eine inoffizielle dazukommen könnte, ist angesichts des Auftaktgegners Jannik Sinner eher unwahrscheinlich.

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15.10.2024, 19:14 Uhr
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