US Open: Tsitsipas-Aus besiegelt historische Negativpremiere
Mit dem US-Open-Aus von Stefanos Tsitsipas ist eine gigantische Serie zu Ende gegangen. Erstmals in der Geschichte des Herrentennis erreichte über eine Saison hinweg kein Spieler mit einer einhändigen Rückhand das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers.
von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet:
07.09.2026, 12:35 Uhr

Seiner Verantwortung war sich Stefanos Tsitsipas durchaus bewusst gewesen. “Ich muss eine 150-jährige Serie aufrechterhalten”, schrieb der Grieche nach seinem Achtelfinaleinzug bei den US Open auf der Social-Media-Plattform X. Doch es half alles nichts: Durch seine klare Dreisatzniederlage gegen Ben Shelton in der Runde der letzten 16 riss eine der imposantesten Serien der Tennisgeschichte.
Seit dem ersten Grand-Slam-Turnier in Wimbledon im Jahr 1877 erreichte in jeder Major-Saison mindestens ein Mann mit einer einhändigen Rückhand das Halbfinale. Mit dem Tsitsipas-Aus ist nun das Ende dieser 150-jährigen Tradition besiegelt. Laut dem X-Account “TennisMyLife” gingen in diesem Zeitraum 524 Grand-Slam-Turniere über die Bühne.
Musetti war in Melbourne knapp dran
Die größte Chance auf die Fortsetzung der Serie hatte schon am Anfang des Jahres Lorenzo Musetti vorgefunden: Der Italiener lag im Viertelfinale der Australian Open gegen Novak Djokovic mit 2:0 in Sätzen voran, ehe er aufgrund einer Oberschenkelverletzung aufgeben musste.
Einhänder sind auf der Tour mittlerweile zur Seltenheit geworden. Mit Musetti, Denis Shapovalov, Tsitsipas, Daniel Altmaier und Aleksandar Kovacevic greifen nur fünf aktuelle Top-100-Spieler auf eine einhändige Rückhand zurück. Der letzte Grand-Slam-Sieger mit einer einhändigen Rückhand ist übrigens der Österreicher Dominic Thiem, der 2020 die US Open gewann.
Roger Federer, der selbst überaus erfolgreich Teil der aussterbenden Spezies gewesen war, hatte vor den US Open über das allmähliche Aussterben der einhändigen Rückhand gesprochen. Unter anderem nannte der Schweizer dabei fehlende Vorbilder und das Material als Gründe für die Entwicklung der vergangenen Jahre.
Hier das Einzel-Tableau der Männer
