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Warum Maja Chwalinska in Wimbledon vielleicht in die Qualifikation muss

Maja Chwalinska steht bei den French Open sensationell im Finale. Schon in wenigen Wochen droht der Polin in Wimbledon der Gang durch die Qualifikation.

von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet: 05.06.2026, 05:59 Uhr

Maja Chwalinska hat bei den French Open Geschichte geschrieben
© Getty Images
Maja Chwalinska hat bei den French Open Geschichte geschrieben

An Wimbledon wird Maja Chwalinska aktuell wohl keinen Gedanken verschwenden. Die 24-Jährige schreibt in Roland-Garros derzeit das Tennis-Märchen der Saison und greift am Samstag im Endspiel gegen Mirra Andreeva nach ihrem ersten Grand-Slam-Titel. Mit ihrem Halbfinalerfolg über Diana Shnaider avancierte Chwalinska zur ersten Spielerin überhaupt, die in Paris aus der Qualifikation heraus das Endspiel erreichte.

"Es ist wie ein Traum. Ich weiß nicht, was gerade vor sich geht", sagte Chwalinska wenige Minuten nach ihrem Finaleinzug an der Seine. Schon in wenigen Wochen könnte auf die aktuelle Nummer 114 der Welt wieder der brutale Tour-Alltag warten - denn möglicherweise muss die Polin in Wimbledon durch die Qualifikation.

Chwalinska fragte um Wildcard an

Der Grund: Beim Cut-Off Mitte Mai lag Chwalinska jenseits der Top 100. Bekanntermaßen schaffen bei Grand-Slam-Turnieren 104 Spielerinnen den direkten Sprung ins Hauptfeld, 16 weitere kommen über die Qualifikation dazu. Komplettiert wird das 128-köpfige Teilnehmerfeld von acht Wildcard-Inhabern.

Chwalinskas Team und Polens Tennisverband haben freilich längst um eine Wildcard angefragt, eine Zu- oder Absage wird es am 17 Juni geben. Ganz sicher darf sich die Polin trotz des ungeahnten Erfolgslaufs in Paris nicht sein, erfolgt die Wildcard-Vergabe in Wimbledon doch nach einer eigenen Logik.

So werden neben britischen Spielern jene Profis bevorzugt, die in der Vergangenheit in Wimbledon ihre Spuren hinterließen. Dazu zählt Chwalinska zweifelsfrei nicht. Im Vorjahr scheiterte die Polin bereits in der ersten Qualifikationsrunde, bei ihrem einzigen Hauptfeld-Auftritt im Jahr 2022 verlor sie in Runde zwei.

Was macht Serena Williams?

Zum Zünglein an der Waage könnte in diesem Zusammenhang Serena Williams werden, die - sollte sie Interesse bekunden - als siebenfache Einzel-Siegerin definitiv eine Wildcard bekommen würde. Dass ein Sensationslauf in Paris für die Veranstalter von Wimbledon nicht immer ausreicht, zeigte sich im vergangenen Jahr: French-Open-Halbfinalistin Lois Boission ging bei der Wildcard-Vergabe leer aus - und verlor in der Wimbledon-Qualifikation gleich zum Auftakt.

Kaum ein Vorbeikommen an Chwalinska gäbe es wohl im Falle eines Turniersiegs am Samstag. Kurios: Sollte die 24-Jährige eine Wildcard erhalten, wäre sie in Wimbledon gesetzt. Im Live-Ranking liegt die Polin vor dem Finale gegen Andreeva auf Position 21.

Hier das Einzel-Tableau der Frauen

von Nikolaus Fink

Freitag
05.06.2026, 08:02 Uhr
zuletzt bearbeitet: 05.06.2026, 05:59 Uhr