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Wimbledon: Ashleigh Barty hat keinen Tipp für Naomi Osaka

Ashleigh Barty und Naomi Osaka sind bislang die Spielerinnen des Jahres 2019. Während die eine aktuell obenauf ist, durchlebt die andere eine schwierige Zeit. 

von Florian Goosmann aus Wimbledon
zuletzt bearbeitet: 04.07.2019, 16:06 Uhr

Ashleigh Barty
© Getty Images
Ashleigh Barty

Als Naomi Osaka am Montagnachmittag, nach ihrem Ausscheiden in Runde eins von Wimbledon, noch eine Frage zum ihrem neuen Status als Berühmtheit, als globaler Superstar beantworten sollte, drehte sie sich vorsichtig zur Dame zu ihrer Linken, die die Pressekonferenz leitete. "Kann ich rausgehen? Ich spüre, dass ich gleich anfangen muss zu weinen", flehte sie. Sie durfte.

So amüsant und lustig die Pressekonferenzen Osakas oft waren, so emotional sind sie zuletzt. Osaka befindet sich nach ihrem wundersamen Lauf seit den US Open im Vorjahr bis zu den Australian Open in diesem in einer schwierigen Verfassung. Ja, sie hatte auch 2018 keine gute Sandplatz- und Rasensaison hingelegt, damals jedoch scherte sich keiner darum. Mittlerweile, als zweifache Majorsiegerin und bis vor kurzem noch Nummer 1 der Welt, hat sich die Lage verändert.

Osaka steht nun im Mittelpunkt, auch wenn sie verliert, und neben den Problemen auf und außerhalb des Courts scheint ihr vor allem eines abhanden gekommen zu sein: die Freude an dem, was sie tut. "Der Schlüssel für mich war es immer, Spaß zu haben. Lernen wie ich Spaß habe. Den Druck von mir zu nehmen. Ich hoffe, dass ich wieder einen Weg dahin finde", sagte sie am Montag.

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Ashleigh Barty hat das Ruder gedreht 

Es waren Sätze, die ebenso von Ashleigh Barty hätten stammen können, vor fünf Jahren zumindest. Die Australierin hatte damals eine Auszeit genommen, ihr war alles zu viel geworden, der Druck und die Erwartungen, nachdem sie 2011 den Juniorinnentitel in Wimbledon gewonnen hatte, Australien Kopf stand und ein Erfolg im Einzel sich anschließend nicht einstellen wollte.

Barty litt, wie später bekannt wurde, unter Depressionen, sie nahm professionelle Hilfe in Anspruch, fand ihre Leidenschaft im Cricket, ging abends mit Teamkolleginnen ein Bierchen trinken und vergaß die Tenniswelt, bis Freundin Casey Dellacqua mit ihr eines Tages ein paar Bälle schlagen ging. 

Barty kam zurück, diesmal ohne Druck. Beim ITF-Turnier von Eastbourne im Frühjahr 2016 startete sie ohne Ranking, 2017 platzierte sie sich unter den Top 20, vor wenigen Wochen krönte sie sich zur neuen Nummer 1 der Welt. Ohne die Auszeit, ist sich Barty sicher, wäre es dazu nie gekommen.

"Am Ende des Tages ist es nur ein Tennismatch"

Einen Tipp für Osaka hatte sie dennoch nicht. "Jeder hat seine eigene Reise, seinen eigenen Pfad", sagte sie nach ihrem Einzug in die dritte Runde. "Es ist unmöglich, jemandem einen Ratschlag zu geben."

Und wurde doch etwas konkreter. "Was ich und mein Team getan haben, das hat für uns funktioniert. Natürlich gab es schwierige Zeiten. Und tolle Zeiten, unfassbare Momente. Ich habe in den vergangenen Jahren gelernt, die Position, in der ich bin, wertzuschätzen, jeden Tag zu genießen", erklärte sie. Und brach alles aufs große Ganze runter: "Am Ende des Tages ist es doch nur ein Tennismatch. Wenn du gewinnst - toll. Wenn nicht, ist es nicht das Ende der Welt." 

Und Barty verwies, wie sie es immer tut, auf ihre Leute. "Ich habe wunderbare Menschen um mich herum. Wir genießen die Gegenwart des anderen jeden einzelnen Tag und versuchen täglich, das Bestmögliche zu machen."

Und vielleicht ist die Sache ja - Erwartungen hin, Druck her - tatsächlich so einfach. Barty selbst hat ihre Liebe zum Tennis neu entdeckt, ihren Hobbys geht sie dennoch offen nach. Auf die Frage, ob sie am Nachmittag das von allen erwartete Match zwischen Rafael Nadal und Nick Kyrgios schauen werde, antwortete sie grinsend: "Heute Nachmittag schaue ich Cricket."

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von Florian Goosmann aus Wimbledon

Donnerstag
04.07.2019, 19:01 Uhr
zuletzt bearbeitet: 04.07.2019, 16:06 Uhr