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Australian Open: Roger Federer wehrt sieben Matchbälle ab - und steht im Halbfinale!

Ein angeschlagener Roger Federer hat nach einer erneut großen kämpferischen Leistung das Halbfinale der Australian Open 2020 erreicht. In einem Fünfsatz-Krimi und nach Abwehr von sieben Matchbällen bezwang er Tennys Sandgren, die Nummer 100 der Welt. (Hier das Match zum Nachlesen im Ticker!)

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 28.01.2020, 10:25 Uhr

Roger Federer ist nur der erste Satz leicht von der Hand gegangen
© Getty Images
Roger Federer ist nur der erste Satz leicht von der Hand gegangen

Die Bedingungen sprachen eigentlich für Roger Federer: Es war wieder warm in Melbourne - was Eurosport-Experte Mats Wilander nach dem entspannten ersten Satz für den Maestro zur Einschätzung veranlasste, dass Federer dieses Match nicht verlieren könne. 

Es kam fast anders: Federer musste sich gewaltig strecken, um den US-Amerikaner Tennys Sandgren mit 6:3, 2:6, 2:6, 7:6 (8) und 6:3 zu bezwingen. Er steht damit im Halbfinale - und erwartet den Sieger der Partie zwischen Novak Djokovic und Milos Raonic./

Bereits zu Beginn von Durchgang zwei drehte sich das Blatt, Federer lag schnell mit 0:3 zurück und nahm dann noch ein weiteres Break hin. Anfang des dritten Satzes fing er sich eine Verwarnung wegen einer "Audible Obscenity" ein. Federer ließ dann den Physio rufen und verließ den Platz. Zunächst half dies wenig, auch Durchgang drei gab Federer mit zwei Breaks ab.

7 Matchbälle abgewehrt! Federer wieder mal als Houdini

Im vierten Durchgang wirkte Federer wieder fitter, schlug besser auf, musste aber mächtig kämpfen: Beim Stand von 4:5 und eigenem Aufschlag wehrte er drei Matchbälle ab; eine Breakchance seinerseits beim 5:5 ließ er leichtfertig mit einem vergebenen Return auf einen zweiten Aufschlag des US-Amerikaners liegen.

Weitere drei Matchbälle (diesmal am Stück) bei 3:6 im Tiebreak und einen weiteren beim 6:7 machte Federer dann zunichte. Ihm gelang schließlich das entscheidende Minibreak beim 8:8 und der Satzausgleich, was er mit erhobenem Zeigefinger feierte.

Sandgren zeigte jedoch ebenso Moral und ließ keinen Deut nach. Im Entscheidungssatz durfte Federer vorlegen und kam zur ersten Breakchance beim 1:1, die er aber liegen ließ - er hatte damit im gesamten Match bislang nur 1 von 12 Breakchancen genutzt... Beim 3:2 spielte sich Federer schließlich Nummer 13 heraus, nutzte sie mit einer energischen Vorhand longline und feierte kurz später einen seiner größten Comeback-Siege.

Federer: "Manchmal muss man Glück haben"

"Ein weiteres interessantes Match", begann Jim Courier das On-Court-Interview, "wie in aller Welt hast du das gewonnen?" Federer: "Man muss manchmal etwas Glück haben. Ich habe das heute eigentlich nicht verdient, aber stehe dennoch hier... und bin sehr glücklich."

Er habe schon eine Menge Tennis gespielt in seinem Leben, heute habe er Probleme im Leistenbereich gehabt. "Ich hasse es eigentlich, Verletzungspausen zu nehmen und so eine Schwäche zu zeigen", sagte Federer. Er habe sich im Laufe des Matches aber wieder besser gefühlt - und der Druck sei dann ebenso weg gewesen.

Für Federer war es nach dem Drittrundenspiel gegen John Millman bereits das zweite Fünfsatz-Match bei den Australian Open 2020. Gegen den Australier hatte Federer im Match-Tiebreak des fünften Satzes einen 4:8-Rückstand zum Sieg gedreht.

Zu einem möglichen Aufeinandertreffen mit Novak Djokovic im Halbfinale sagte Federer nun: "Ich hoffe, ich fühle mich dann besser als heute..."

Hier das gesamte Match zum Nachlesen im Ticker!

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