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"Halt die Klappe, Mats" - Kyrgios springt Murray nach Wilander-Kritik zur Seite

Nachdem Mats Wilander die Wildcard-Vergabe der French Open an Andy Murray infrage gestellt hat, steht er in der Kritik - auch in der von Murray-Kumpel Nick Kyrgios.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 30.09.2020, 08:11 Uhr

Nick Kyrgios startet als Favorit in Delray Beach
© Getty Images
Nick Kyrgios

Es ist eine Analyse, die nach wie vor hohe Wellen schlägt. Mats Wilander, Ex-Nummer 1 und mittlerweile Eurosport-Experte, gab nach dem glatten Aus von Andy Murray gegen Stan Wawrinka bei den French Open wie gewohnt seine Sicht der Dinge zum Besten. Und stellte dabei die Wildcard-Vergabe des französischen Tennisverbandes an Murray zur Debatte. 

"Ich mache mir Sorgen um Andy Murray. Ich würde gerne hören, warum er auf dem Platz steht und uns falsche Hoffnungen darauf macht, eines Tages zurückzukommen", sagte Wilander. "Ich denke, dass Andy aufhören muss, an sich selbst zu denken und daran denken muss, wer er war. Hat er das Recht, da draußen zu sein und den jüngeren Spielern die Wildcards wegzunehmen?"/

Murray: Comeback mit Erfolgen

Murray hatte nach massiven Hüftproblemen zu Beginn der Saison 2019 sein Karriereende verkündet, war dann aber bereits ein paar Monate später nach erfolgreicher OP wieder zurückgekehrt. Mit durchwachsenem Erfolg - aber auch einem Turniersieg in Antwerpen mit einem Finalsieg über Wawrinka. Und bei Cincinnati-Turnier vor wenigen Wochen mit einem Dreisatz-Erfolg über den späteren US-Open-Finalisten Alexander Zverev.

In Paris war Murray jedoch chancenlos gegen Wawrinka, 1:6, 3:6, 2:6 hieß es hier am Sonntag, was Murray vor allem seiner schwachen Aufschlagquote zuschob (unter 40 Prozent) und viele Experten den schwierigen Bedingungen auf dem langsamen und nassen Sand. Wawrinka habe hier eben die spielerische Gewalt, seinen Gegner wegzuschießen - Murray nicht.

Wilander scheint das Murray-Comeback jedoch grundsätzlich infrage zu stellen. Und blickte auf sich selbst: Er sei mit 26 erstmals zurückgetreten, habe dann von 28 bis 32 noch mal gespielt. Aber: "Es gab da ein paar Jahre, in denen ich nicht den Platz für jüngere, motiviertere und bessere Spieler als mich hätte wegnehmen sollen." Er liebe es zwar zu sehen, dass Murray zurück sei, aber er müsse noch herausfinden, warum er noch spiele.

Nick Kyrgios: "Noch nie einen Punkt von Wilander gesehen"

Im Kollegen- und Expertenkreis sorgten diese Aussagen für Aufsehen. Warum sollte ein verdienter Ex-Champ, der mittlerweile wieder Anschluss an die Top 100 hat und aktueller Turniersieger sei, nicht eine Wildcard kriegen - die sonst an einen französischen Spieler außerhalb der Top 300 gegangen wäre? Wieso hätte der es mehr verdient? Zumal Murray erst mit dem Sieg über Zverev auf sich aufmerksam gemacht hatte, im Gegensatz beispielsweise zu Lleyton Hewitt, der einst viele Jahre immer wieder aufgetreten sei, ohne wirklich noch wettbewerbsfähig zu sein?

"Halt die Klappe, Mats. Niemand interessiert das", schrieb Murray-Kumpel Nick Kyrgios auf Twitter. "Muzz (Nickname für Murray, Anm. d. Red.), du sollst wissen, dass wir alle dein Tennis und deine Neckereien lieben. Ich habe auch noch nie einen Ballwechsel von Mats Wilander gesehen."

Auch Wawrinka äußerte sich lobend über Murray ("Er wird zurückkommen"), und auch sein Coach Danii Vallverdu distanzierte sich von der Wilander-Aussage. "Jeder kann seine Meinung haben. Meine lautet: Da ist absolut erbärmlich von Mats."

Was meint ihr - war die Wildcard für Murray berechtigt? Diskutiert mit auf unserer Facebook-Seite!

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29.09.2020, 15:33 Uhr
zuletzt bearbeitet: 30.09.2020, 08:11 Uhr

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